
Filmtitel: Botero - Geboren in Medellin (Botero - Born in Medellin), Deutschland 2008
Regie : Peter Schamoni
Inhalt : Portrait des kolumbianischen Künstlers Fernando Botero
Die FBW-Jury hat dem Film das Prädikat besonders wertvoll erteilt.
GUTACHTEN DER FBW-Jury
(leicht gekürzt)
Peter Schamoni weiß, wie man aus der Kunst von anderen Filmkunst macht. In Botero – Geboren in Medellin beweist er dies wieder, indem er eine feine Balance zwischen Werkschau, Künstlerbiografie und einem Selbstporträt des Malers hält. Denn dieser erklärt selber direkt in die Kamera sein Werk, erzählt von seiner Entwicklung und gibt sogar kleine lehrreiche Exkurse über die Technik des Bronzeabguss oder über die Zustände im heutigen Kolumbien.
Schamonis langjähriger Kameramann Ernst Hirsch hat hier die Bilder und Skulpturen des Künstlers wieder grandios ins Bild gesetzt, und sein Sohn Konrad ist wohl für die dezenten Computer-Montagen verantwortlich.
Der Film überzeugt durch die Art, wie er den immensen Reichtum dieses Oeuvres ausstellt, wie er dabei auch auf den Kern des künstlerischen Impulses von Botero stößt und wie geschickt er erzählt, wenn er etwa genau im dramaturgisch richtigen Moment nach all den "schönen" Bildern den Abu Ghraib-Zyklus vorstellt, bei dem der sonst so lebensfroh und idyllisch malende Künstler seine ganze Wut über diese Barbarei in die Bilder einfließen lässt.
Sehr positiv fiel auch die subtile Auswahl der verwendeten Musikstücke aus, wobei das südlich/sinnliche Gitarrenspiel von Baden Powell ideal der Grundstimmung von Boteros Bildern entspricht.
Ein rundherum gelungener Film, bei dem man in Anlehnung an einen der früheren Filme von Schamoni fragen möchte: "Wieviel [sic] Rundungen hat der Mensch?".
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